Öffentliche Bekanntmachung über die Mäh- und Krautungsarbeiten an und in den Gewässern II. Ordnung

Der Gewässer- und Landschaftspflegeverband Mittlere Leine (GLV 52) führt in der Zeit vom 15. Juli 2021 bis 28. Februar 2022 umfangreiche Mäh- und Unterhaltungsarbeiten an den Gewässern II. Ordnung im Verbandsgebiet durch.

Es werden zunächst die Böschungen, der zu unterhaltenen Gewässerabschnitten gemäß Unterhaltungsplan und unter Beachtung zahlreicher rechtlicher Belange gemäht. Auf diese Weise kann der ordnungsgemäße Wasserabfluss in den Gewässern sichergestellt werden. Gleichzeitig wird ein Großteil der ökologisch bedeutsamen Flora und Fauna im Gewässer belassen. Dies trägt zur natürlichen Entwicklung der Gewässer bei − insbesondere im Hinblick auf die Artenvielfalt.

Die Nachmahd bzw. das Krauten von Gewässersohle und unterer Böschung mittels Mähkorb darf im Regelfall ab dem 1. Oktober erfolgen. Zur Gewährleistung einer nachhaltigen Unterhaltung wird, basierend auf den örtlichen Gegebenheiten und unserer Unterhaltungsrahmenpläne, festgelegt in welchen Gewässerabschnitten diese Arbeiten durchgeführt werden sollen.

Während der Zeit der Unterhaltung muss in einem 5 m breiten Streifen ab oberer Böschungskante des Gewässers ein 4 m breiter Streifen für Arbeitsgeräte befahrbar sein (§ 8 Unterhaltungsverordnung). Außerdem wird gemäß § 77 Niedersächsisches Wassergesetz (NWG) das anfallende Mähgut auf den anliegenden Flächen in einer Breite von ca. 4 m abgelegt und in der Fläche für eine einfacherer Einarbeitung zerkleinert/gemulcht.

Wird zum Zeitpunkt der Unterhaltung ein Räumstreifen freigehalten, so können Ertragseinbußen minimiert werden. Dieser ist dem Verband rechtzeitig anzuzeigen. Ist dieses nicht der Fall, müssen die An- und Hinterlieger gemäß §77 NWG die durch die ordnungsgemäße Unterhaltung entstehenden Mindererträge im Laufe einer Vegetationsperiode ohne Entschädigung dulden. Es ist in unser aller Interesse, wenn die für uns arbeitenden Fachfirmen von der laut NWG möglichen Regelung, der Ablage des Mähgutes in die Kultur, falls kein Räumstreifen freigehalten wurde, keinen Gebrauch machen müssten.

Da es sich allerdings auch in dieser Unterhaltungsperiode nicht vermeiden lässt, dass schon bestellte Ackerflächen durch ordnungsgemäße Gewässerunterhaltung beeinträchtigt werden, appellieren wir hiermit erneut an alle betroffenen Flächenbewirtschaftende, zum Schutz von Oberflächen- und Grundwasser mehrjährige Gewässerschutzstreifen von mindestens 6 m Breite (max. 30 m Breite, bis 10 ha pro Betrieb) auf Ackerland entlang von Gewässern einzurichten.

Abschließend müssen wir, wie in den Vorjahren, darauf hinweisen, dass für den Zeitraum vom 15.7.2021 – 28.02.2022 An- und Hinterlieger nach der Unterhaltungsverordnung der Region Hannover das Befahren der Grundstücke mit Unterhaltungsgeräten zu dulden haben. Vorhandene Querzäune sind von den Anliegern mit beweglichen Gattern bzw. Durchfahrten zu versehen, so dass die Unterhaltung der Gewässer mit ihren Ufern jederzeit gewährleistet ist. Deshalb werden, falls Schäden durch das Nichtvorhandensein von Durchfahrten an den Querzäunen entstehen, diese vom Unterhaltungsverband (bzw. den vom Verband beauftragten Firmen) nicht übernommen.

Hier kann die Bekanntmachung heruntergeladen werden.

Öffentliche Bekanntmachung über die Gewässerschau 2021

Die diesjährige Gewässerschau findet in der Zeit vom 23. November bis 02. Dezember 2021 statt. Die Begehungspläne und Informationen zum Ablauf werden ab circa Anfang November hier einsehbar sein.

Wir bitten zu beachten, dass Grundstückseigentümer:innen oder Flächenbewirtschaftende von Anliegergrundstücken an den Verbandsgewässern, nach §§ 26 und 33 Wasserverbandsgesetz den Schauführern:innen, Schaubeauftragten, Behördenvertretern:innen und Verbandszugehörigen Zutritt zu den Gewässern zu gewähren haben.

Hier kann der Begehungsplan heruntergeladen werden.

Schutz wildlebender Tiere und Pflanzen

Sicherlich laden die Gewässerrandstreifen und Uferbereiche der Gewässer zum Spazierengehen oder Hundeausführen ein. Wir möchten Sie aber bitten die Randstreifen nicht zu betreten oder zu befahren. Sie wurden eingerichtet um dem Gewässer Platz für seine natürliche dynamische Entwicklung zu ermöglichen, als Pufferzone zu anliegenden Flächennutzungen und als Schutzstreifen für wildlebende Tiere und Pflanzen. Lassen Sie der Natur bitte Ihren Rückzugsraum. Es sind nicht an jedem Randstreifen Hinweisschilder angebracht, dennoch bitten wir Sie um Schonung dieses Naturraums.

Weiterhin möchten wir an die geltenden Regeln während der Brut- und Setzzeit (01.04. bis 15.07.) erinnern:

– auf den ausgewiesenen Wegen bleiben
– Hunde beim Spaziergang an die Leine nehmen
– Junghasen und Rehkitze nicht berühren

weitere Infos der Jägerschaft Hannover Land zur Brut- und Setzzeit

Hinweisschild zum Schutz der Gewässerrandstreifen

Das beschäftigt uns im Moment

Nachdem das letzte Jahr im besonderen Maße herausfordernd war, sieht es gesellschaftlich, persönlich und arbeitstechnisch noch nicht nach Besserung aus. Durch die Anwendung und Etablierung digitaler Werkzeuge konnte die Arbeit der Geschäftsstelle weitestgehend uneingeschränkt ablaufen. Leider sind die Kommunikations- und Austauschmöglichkeiten, wie Gremiensitzungen und Gewässerschau, etwas auf der Strecke geblieben. Zum Glück konnten wir 2020 noch ganz kurz vor dem ersten Lockdown unsere Verbandsversammlung durchführen. Der Gedanke, dass diese in diesem Jahr in präsenz und wie gewohnt stattfinden kann wurde sehr schnell verworfen. Um Sie aber auf dem Laufenden zu halten, hier eine Auswahl der aktuellen Themen:

 

  • Anpassung der Satzung um einfach und zeitgemäß Onlinesitzungen sowie Onlinebeschlüsse möglich zu machen
  • letzte Abstimmungen zum Jahresabschluss 2020 und Haushaltsplan 2021
  • verschiedene verwaltungstechnische Aufgaben wie: Anpassung der Stellenbeschreibungen, Geschäftsordnung oder Vereinfachung von Verwaltungsabläufen
  • Weiterverfolgung verschiedener Projekte wie: Quellsümpfe, Auenentwickung am Fuchsbach (Biber), Durchgängigkeit am Wennigser Mühlbach, Steigerung der Biodiversität im Gewässerumfeld oder Erledigung von Restarbeiten abgeschlossener Projekte

 

Es ist geplant kurzfristig Gremiensitzungen abzuhalten, um die für dieses Jahr wichtigen Beschlüsse fassen zu können. Aktuell steht der Weg leider noch nicht offen alle Abläufe digital abzuwickeln, weshalb es notwendig werden wird den klassischen Weg der analogen, schriftlichen Beschlussfassung zu gehen. Die Gremienmitglieder werden frühzeitig über das weitere Vorgehen informiert.

Wir hoffen sehr darauf bald wieder mit Ihnen zusammen an einem Tisch sitzen oder gemeinsam am Gewässer entlang gehen zu können. Bleiben Sie gesund und wenden Sie sich bei Fragen bitte gerne an die Geschäftsstelle.

Außerkrafttreten der Artenschutzausnahmeverordnung verursacht erhöhten Aufwand bei der Planung und Durchführung der Gewässerunterhaltung

Die Gewässerunterhaltung als öffentlich-rechtliche Verpflichtung hat nicht nur den ordnungsgemäßen und schadlosen Wasserabfluss zu gewährleisten, sondern auch die Funktionen des Gewässers als Teil des Naturhaushaltes zu berücksichtigen. […] Insbesondere der Vollzug des Artenschutzrechts und die Einhaltung der artenschutzrechtlichen Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) bei der Gewässerunterhaltung stellt auch den Unterhaltungspflichtigen vor eine große Verantwortung“ (NLWKN 2017: 2f).

Am 31.07.2017 ist die Niedersächsische Verordnung über die allgemeine Zulassung von Ausnahmen von artenschutzrechtlichen Verboten bei Unterhaltungsmaßnahmen (NArtAusnVO) außer Kraft getreten (ebd.). Nun sind die Unterhaltungspflichtigen gezwungen sich darüber zu informieren ob besonders oder streng geschützte Arten in den zu pflegenden Gewässerabschnitten vorkommen und die Arbeiten so anzupassen, dass die anzutreffende Art nicht beeinträchtigt wird (ebd.). Dies ist eng mit den zuständigen Behörden ab-zustimmen und der Abwägungsprozess ist ausführlich zu dokumentieren (ebd.).

Zur Arbeitserleichterung wurde am 06.07.2017 vom MU ein Leitfaden bekannt gemacht, der eine Hilfe zur Berücksichtigung artenschutzrechtlicher Belange bei Maßnahmen der Gewässerunterhaltung in Niedersachsen darstellt.

Fazit: Für unsere Arbeit als Unterhaltungspflichtige bedeutet das Außerkrafttreten der NArtAusnVO einen erheblicheren Mehraufwand bei der Planung von Pflegemaßnahmen am Gewässer. Betroffen sind sämtliche Arbeiten von der Pflege der Gehölze und Randstreifen bis hin zur Unterhaltung der Gewässersohle. Zeitgleich ist es aber auch eine Chance den Artenschutz an den Gewässern voranzutreiben. Der vom MU bekanntgemachte Leitfaden zum Artenschutz bei der Gewässerunterhaltung soll dabei helfen die rechtlichen Rahmenbedingungen einzuhalten und Konflikte zu minimieren.

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